Ausflüge – Einsätze

Fahrt ins Erzgebirge

Kirchenbotenbericht Posaunenchor – Fahrt ins Erzgebirge vom 08.-10.12.2017

Dass wir 2017 nach Annaberg ins Erzgebirge – Steffi Hansels Heimat – fahren wollen, stand schon lange fest. Aber unser größtes Problem war der Termin. Woche für Woche strichen wir weg bis wir beim 2. Adventswochenende landeten – die beste Zeit um ins Erzgebirge zu fahren, wie wir dann feststellten. Wir schritten sofort zur Tat und Steffis Familie buchte für uns ein Wochenende im „Fichtenhäusl“, einer total urigen Unterkunft mitten im Wald mit jeder Menge Weihnachtsdeko, Wichteln, Schneemännern und Weihnachtselfen. Wer nach der üppigen Essensportion noch einen Schnaps wollte, konnte die hauseigene Modell-Eisenbahn kommen lassen, die hinter unserm Rücken auf der Fensterbank entlangdampfte und komischerweise auch wusste, wo sie halten muss 😉 Nach dem Essen spielten Team Flohrer mit Horn und Steirischer auf und wir saßen lange gemütlich beisammen.


Aber jetzt von Anfang an: Nach unserer späten Ankunft im tief verschneiten Erzgebirge mussten wir die geplante Fackelwanderung leider ausfallen lassen und versammelten uns gleich unter der Pyramide des „Fichtenhäusls“ und spielten einige Weihnachtschoräle.
Am Samstag holte uns Steffis Vater direkt am Hotel ab und es ging nach Annaberg. Auf der Fahrt wusste er uns immer viele Details zur Umgebung zu erzählen. Neben dem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit jeder Menge ausgefallener Handwerkskunst aus dem Erzgebirge, stand der Besuch der Bergmannskirche St. Marien auf dem Programm. Bei einer kurzen Führung wurden uns die lebensgroßen und fast lebensechten Figuren und ihre Hintergründe vorgestellt.

Wir waren dann schon alle auf Nachmittag gespannt, denn da sollte die gemeinsame Probe mit Steffis Heimatchor in Elterlein stattfinden. Der eigentliche Heimatchor von Steffi ist „Hermannsdorf“, da aber sowohl der Elterleiner, als auch der Hermannsdorfer Chor relativ kleine Chöre sind, spielen sie oft gemeinsam – so auch bei unserem Besuch. Wir waren aber trotzdem noch in der Überzahl. Wie wir in Dresden schon gemerkt haben, können wir mit anderen zusammen spielen. So war es auch diesmal. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten spielten wir ohne Probleme „Machet die Tore weit“ und auch ein verswingtes „Tochter Zion“.Genauso herzlich wie Steffis Familie nahmen uns die beiden Chöre auf und luden uns nach der Probe ins Gemeindehaus zu Kaffee und Kuchen ein.


Anschließend ging es weiter zum Weihnachtsmarkt in Schwarzenberg. Dort konnten wir einer echten Bergmannskapelle lauschen und wer bis dahin seine Weihnachtsgeschenke noch nicht beisammen hatte, konnte sie jetzt noch besorgen.
Auf dem Rückweg zu unserem Hotel konnten wir eine Lichterfahrt durchs tief verschneite Erzgebirge genießen – Schwibbögen nicht nur in jedem Haus, sondern in jedem Fenster – einfach wunderschön.

Auch unser Sonntagsplan war ein bisschen wetterabhängig. Glücklicherweise rissen die Wolken auf und unserem Besuch auf dem Fichtelberg stand nichts mehr
entgegen. Aber der Wind pfiff und es war eiskalt, so dass es manche nach dem Gruppenbild sofort wieder in den wärmenden Bus zurückzog.
Einen Teil des Weges nach Elterlein legten wir dann allerdings nicht mit dem Bus zurück, sondern von Oberwiesentthal aus mit einer historischen Dampfeisenbahn, wo die Kinder und Frauen sogar der Nikolaus noch mit einem kleinen Geschenk überraschte – scheint’s waren wir bräver.

In Elterlein ist nicht unbedingt Gottesdienst am Sonntag morgen – so war er am 2. Advent nachmittags um 14 Uhr. Wir und auch die Elterleiner freuten uns, dass der Gottesdienst so gut besucht war und genossen nochmals das gemeinsame Musizieren. Zum Abschluss ging es nach Hermannsdorf, um auch dort vor der Kirche noch mal gemeinsam zu spielen – von der einen Seite waren traditionelle erzgebirgische Weihnachtslieder zu hören und von der anderen Seite ein „Joy to the world“.
Sehr dankbar verabschiedeten wir uns von Steffis Familie – denn an einem Ausflug hängt so einiges, die rechtzeitige Planung von Quartier und Programm, die perfekte Begleitung das ganze Wochenende über und dann auch noch die Organisation der Posaunenchöre, damit wir gemeinsam Musik machen konnten. Herzlichen Dank!
Wir freuen uns natürlich auch, wenn der Elterleiner/ Hermannsdorfer Posaunenchor einmal zu uns zu Besuch kommen würde und wir ihnen unsere Heimat zeigen können.
Claudia Stengel & Christiane Polster 2017

DEPT 2016

Wir beim DEPT 2016

8 Jahre nach Leipzig – und dann war es endlich wieder soweit. Wir, der Posaunenchor Offenhausen, machten uns mit 20.000 anderen Bläsern auf nach Dresden zum 2. Deutschen Posaunentag vom 03.-05.06.2016. Und damit zum Spielen im größten Posaunenchor der Welt.
Das Hotel hatten wir schon über ein Jahr im Voraus in der Stadtmitte gebucht und damit einen Volltreffer gelandet. Ein gemeinsamer Bus zusammen mit dem Engelthaler, Henfenfelder und Altensittenbacher Posaunenchor war schnell klargemacht.

Am Freitag früh kam nur Alexander mit kurzer Hose und Strohhut zur Busabfahrt, alle anderen hatten sich bei Nieselregen mit Regenjacken und warmen Klamotten ausgerüstet, für diesen Tag auch die bessere Wahl. Denn zur Abendserenade in Dresden schüttete es immer wieder wie aus Eimern. Aber einem echten Bläser macht das nichts aus und für 10 Minuten öffnete sich die Wolkendecke und ließ ein paar Sonnenstrahlen durchblitzen – und für das restliche Wochenende passte sich der Himmel den Logofarben an: Blau! (mit viel Sonne).

Am Samstagmorgen ging es dann ins Stadion zu einer ersten gemeinsamen Probe, wo natürlich nicht alles auf Anhieb klappte und der Vergleich zu Leipzig 2008 nicht so gut ausfiel. Das änderte sich aber schlagartig am Nachmittag, als wir unser Hotel verließen. Dort stand ein spontan zusammengewürfelter Chor, der das Choralbuch von vorne nach hinten durchspielte. Also Instrumente raus und gleich mitgespielt. Im Nu war eine große Menge versammelt. Wer nicht spielen konnte oder wollte, sang dann lautstark mit. Auch Tochter Zion geht im Juni. Choräle verbinden zwischen allen Bläsern – der Posaunentag hatte uns in seinen Bann gezogen.

Dann war schon Zeit zur Serenade am Elbufer aufzubrechen – das absolute Highlight des Wochenendes. Aufgeteilt in 3 Chöre spielten wir über die Elbe hinweg in die Abenddämmerung hinein. Spätestens bei „Über den Wolken“ wippten die Instrumente, die gerade nicht spielten, über den Köpfen der Bläser im Takt mit. Nach der Feuerwerksmusik beendete ein gigantisches Feuerwerk den offiziellen Teil. Wer aber die Offenhausner kennt, weiß, dass der Abend noch nicht zu Ende sein konnte. Wir bauten unsere Notenständer vor der Hofkirche gleich nochmal auf, sofort gesellten sich weitere Bläser dazu und wir spielten vor unzähligen Zuhörern gemeinsam unsere Lieblingsstücke. Am Ende durfte dann der Bachchoral „Nun danket alle Gott“, den wir das ganze Wochenende noch nicht gespielt hatten, nicht fehlen.
Nach einer kurzen Nacht war am Sonntagmorgen das Gedränge am Frühstücksbüffet noch größer, denn alle wollten pünktlich zum Gottesdienst im Stadion sein. Ein paar machten sich sogar vorher noch auf zum Morgenblasen in den Straßen Dresdens.

Wer die Übertragung im Fernsehen gesehen hat, hat vielleicht eine leise Vorstellung davon, was wir erleben durften. Die Atmosphäre im Stadion konnte jedoch keine Kamera einfangen, von Chorälen, die unter die Haut gingen, von neuen Melodien, die uns tagelang noch im Kopf blieben und von der Gemeinschaft unter den vielen Menschen, die uns alle innig verband. Irgendwie gab es keine Fremden. Gespräche entstanden immer und überall. Die Freude war auch groß, wenn man unter 20.000 Bläsern Bekannte aus der Heimat traf (und das waren nicht wenige). Hatten wir doch 4 Engelthaler Bläser vom ersten Moment an bei uns eingereiht und herzlich war das Treffen auf Steffis Familie aus Annaberg.
Voller Erwartung fiebern wir schon wieder auf das nächste Großereignis hin. In Leipzig waren wir zu acht, in Dresden schon 15. Mal schaun, wie viele Bläser von uns den dritten Deutschen Posaunentag besuchen werden (angeblich im Jahr 2024).
Claudia Stengel, Christiane Polster 2016